Lernzentrum Killesberg: Tutorial

Anleitung: Essay – Was ist das eigentlich?

von Silke Günther

Viele Schüler denken, der Essay sei die einfachste Aufgabe der Deutschprüfung, weil man in den Anleitungen nachlesen kann, dass es sich dabei um einen lose verbundenen Gedankenspaziergang handeln soll. Ich schreibe also einfach mal auf, was mir so durch den Kopf geht, und gut ist.

Viele Lehrer raten ihren Schülern vom Essay ab, weil sie wissen, dass es so einfach nun doch wieder nicht ist. Im Gegenteil.

Was ist denn nun ein Essay?

Recherchiert man auf eigene Faust im Internet, kommt man schon auf mindestens drei verschiedene Formen:

  • den philosophischen Essay, den der alte Michel de Montaigne im 16. Jahrhundert angestoßen hat,
  • den wissenschaftlichen Essay, der an Universitäten geschrieben wird,
  • und wenn man die englischsprachigen Ergebnisse mit einbezieht, trifft man auch auf eine Art Erörterung, die in den USA unter dem Stichwort Essay sehr weit verbreitet ist.

Und was davon müsst ihr nun schreiben?

Wenig hilfreich ist in dieser Hinsicht der Landesbildungsserver, auf dem man sonst immer sehr gute Informationen finden kann.
Zum Thema Essay wurde dort eine Linksammlung zusammengetragen, die überwiegend von Universitäten stammt und folglich von wissenschaftlichen Essays handelt. So etwas sollt ihr nicht schreiben.

Eine gute Definition, an die man sich halten kann, bietet Wikipedia:
Der Essay (Plural: Essays), auch: Essai (seltener das Essay) ist eine geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema. Die Kriterien wissenschaftlicher Methodik können dabei vernachlässigt werden; der Autor hat also relativ große Freiheiten.
Essays zählen auch zu den journalistischen Darstellungsformen. Ähnliche Textarten, teilweise auch synonym verwendet, sind Causerie, Glosse, Kolumne, Traktat, Aufsatz und der journalistische Kommentar sowie der Leitartikel.

Und ich möchte dem noch hinzufügen: Wenn man regelmäßig Essays für bestimmte Medien schreibt, dann nennt man das eine Kolumne oder einen Blog.

Es gibt Essays von über zwanzig Seiten oder knackig mit anderthalb. Ganz so knackig kommt ihr im Abitur natürlich nicht davon. Wie für alle anderen Prüfungsaufgaben auch gilt: 5-6 Seiten Minimum, nach oben offen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf das so genannte Dossier.

 


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