Erörterung – Argumente finden

Nehmen wir nochmals das Bild unserer Fernseh-Diskussionsrunde: Nachdem der Moderator erklärt hat, um welches Thema es geht, stellt er die eingeladenen Gäste vor bzw. lässt sie sich selbst vorstellen. Eine typische Zusammenstellung könnten sechs Gästen sein, jeweils drei für Befürworter und drei Gegner des Themas, also für euch drei Pros und drei Contras.

Dabei sind die Meinungen der drei Gäste noch einmal in sich abgestuft. Meistens ist einer dabei, den das Thema ganz persönlich betrifft und der sich auch nicht umstimmen lassen wird. Dann gibt es einen Experten, der beruflich mit dem Thema zu tun hat und sich mit Fakten und Studien auskennt. Dieser vertritt eine rein sachliche Meinung. Schließlich gibt es auch noch Gäste, die das Gute und das Schlechte des Themas erkannt haben und zu einem Kompromiss bereit wären.

Beispiel: Computer für Jugendliche

Übertragen auf das Beispiel mit dem Computer für Jugendliche hättet ihr also auf der einen Seite eine Art Sheldon Cooper, der sich gar nicht vorstellen kann, das irgendjemand ohne Computer leben will, weil sich sein Leben ausschließlich um diese Technik dreht. Er kennt die neusten Erfindungen und für alles ein Programm und stellt vor, wie es sein Leben verbessert.
Auf der anderen Seite habt ihr ein Kind aus einer technikfernen Familie, die keinen Fernseher und keinen Computer besitzt, weil sie gerne ganz in einer realen Welt leben möchte. Dieses Kind ist sportbegeistert, eine Leseratte und hat jedes Museum im Umkreis besucht. Außerdem kann es ausgefallene Dinge wie schmieden und Parkour.

An zweite Stelle sitzt jeweils ein Experte, der die Vorteile aufzählt, die es mit sich bringt, wenn man mit einem Computer aufwächst und Computerfertigkeiten beherrscht, sowie die Nachteile, wenn man davon gar nichts kann.
Auf der anderen Seite spricht der Experte, der die nachteiligen Auswirkungen von ständiger Computerberieselung auf das Gehirn erklärt und wie wichtig es ist, sich draußen in der richtigen Welt körperlich zu betätigen. Er redet über die Gefahren des Cybermobbing und des Datenklaus, sowie über die Vorteile von echtem menschlichen Kontakt.

An dritter Stelle sitzen die beiden kompromissbereiten Gäste. Sie bringen Argumente unter dem Aspekt „sinnvoll“ zur Sprache und haben vielleicht auch Lösungsansätze. Sie zählen die Fakten in der Grauzone auf oder bieten Alternativen zu dem, was die anderen Gäste gesagt haben.

Wenn ihr es schafft, euch in alle diese sechs Rollen hineinzuversetzen und ihre Argumente zur Sprache zu bringen, habt ihr eine perfekt ausgewogene Erörterung. Und dieses Muster könnt ihr bei jeder Erörterung abwenden!

Letztlich entscheidet der Moderator, zu welcher Seite sich die Diskussion neigt: auf die Pro oder auf die Contra-Seite – also ihr, die Schreiber des Aufsatzes. Eigentlich sollte ein Moderator natürlich neutral bleiben, aber das sieht man eher selten, und ihr müsst das im Aufsatz auf keinen Fall bleiben. Mehr dazu im Kapitel: Hauptteil.

 


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