Interpretation von Kurzgeschichten: Basissatz, Inhaltsbogen und Überleitung

Kapitel 6

Okay, jetzt habt ihr die Geschichte noch einmal durchgelesen und legt euch für den Anfang eurer Aufsätze gleich mal ein festes Muster zurecht: Einen Basissatz und einen Inhaltsbogen.

Im Basissatz sind alle wichtigen technischen Angaben enthalten, sowie das Thema der Geschichte. Also Art der Geschichte, Titel (bitte immer in Anführungszeichen!), Autor/in, eventuell das Erscheinungsdatum und ein oder zwei Oberbegriffe, die die Geschichte auf den Punkt bringen.

Wichtig ist, dass ihr hier nicht anfangt, etwas über den Inhalt zu erzählen, sondern dass ihr kurz und knackig das Thema nennt!

Also nicht: In der KurzgeschichteEtwas anderes” von Britta Hagdorn, die 2010 erschienen ist, geht es um einen Mann namens Markus, der nach der Arbeit in seine Wohnung zurückkommt und einen Zettel auf dem Küchentisch findet, der …

Sondern: In der KurzgeschichteEtwas anderes” von Britta Hagdorn, die 2010 erschienen ist, geht es um Verlustangst und Minderwertigkeitsgefühle.

Diese übergeordneten Themen solltet ihr dann auch den gesamten Aufsatz lang verfolgen. Untersucht bei jedem Absatz, den ihr festlegt, wie die Themen dort behandelt und entwickelt werden. Was bleibt zum Schluss davon übrig? Gibt es eine Lösung? Ist es schlimmer geworden?

Es folgt der Inhaltsbogen. Das bedeutet, ihr erzählt die gesamte Geschichte von Anfang bis Ende in einem oder zwei Sätzen. Das sieht zum Beispiel so aus:

Zu Beginn der Geschichte erleidet ein junger Mann einen riesigen Schreck, weil er glaubt, seine Freundin habe ihn verlassen. Seine Angst davor und die Überzeugung, eigentlich nicht liebenswert zu sein, sind so groß, dass er erst zum Schluss merkt, dass eigentlich alles in Ordnung ist.

Nun baut man noch eine kleine Überleitung zum Hauptteil ein. Das ist der Moment, in dem ihr schon mal die wichtigsten sprachlichen Merkmale erwähnen könnt. Das sieht zum Beispiel so aus:

Erzählt wird aus Sicht der Hauptfigur Markus. Er glaubt, von seiner Freundin verlassen worden zu sein und denkt viel in erlebter Rede. Die Autorin beschreibt ihn, sein Innenleben und seine hysterische Reaktion auf eine Situation, die gar nicht eingetreten ist, sehr anschaulich und mit treffenden Metaphern und Vergleichen. Die vielen Fragezeichen beziehen den Leser immer wieder mit ein in die Geschichte, man fragt sich so unwillkürlich, ob man auch so gefühlt oder gehandelt hätte oder man würde der Hauptfigur gerne Ratschläge zurufen.

Halt, Halt, sagt ihr jetzt wahrscheinlich – über Vergleiche und Metaphirgendwas haben wir doch noch gar nicht gesprochen! Ja, stimmt, das machen wir später.

Aber vorher noch:
Kapitel 7: In eigenen Worten, bitte!

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