Rhetorische Stilmittel: Übersicht

In der folgenden Liste findet ihr Stilmittel, die „im übertragenen Sinn“ sprechen. Man sagt etwas, meint aber etwas anderes damit, manchmal sogar genau das Gegenteil. Außerdem wird hier versucht, sehr anschaulich zu sprechen, auch um Gefühle und Stimmungen „sichtbar“ zu machen.

FachbegriffBemerkungBeispiel
MetapherHier gehören Ausdrücke und Redewendungen hin, die eine übertragene Bedeutung haben. Mit anderen Worten, die Teile der Sprache, die Aliens, Androiden und Sheldon Cooper immer nicht verstehen.Der lange Arm des Gesetzes hatte ihn erreicht.Tom lügt wirklich das Blaue vom Himmel herunter!
Vergleich Erkennt man an dem „wie“, und dadurch unterscheiden sie sich auch von der MetapherDu frisst echt wie ein Raubritter!
AnalogieDie Übertragung eines Systems auf ein anderes. Benutzt man gerne, um komplizierte Sachverhalte auf einer einfacheren Ebene zu erklären.Du musst im Fußballspiel deines Lebens der Stürmer sein!
Personifikation Vermenschlichung von DingenGrashalme sangen im Wind und schüttelten sich Tautropfen vom Körper.
AllegorieHat von allem ein bisschen was: ein bisschen Metapher, ein bisschen Symbol, ein bisschen Metonymie, besitzt also einen umfangreicheren DeutungsrahmenDie Figuren des Sensenmannes, der Justitia, der Fortuna
EuphemismusBeschönigung wird meistens dann benutzt, wenn es peinlich oder unangebracht ist, den eigentlichen Begriff auszusprechen.Unser geliebter Opa ist von uns gegangen. (statt „gestorben“)
Dein geistig niedrig stehender Bruder geht mir echt auf die Nerven! (statt „dämlicher“)
MetonymieEine Figur, die lange Erklärungen sparen soll. Eine Umschreibung findet hier durch eine Ausweitung statt,indem z.B. das eigentlich Gemeinte durch einen Herstellernamen, einen besonders berühmten Vertreter oder einen Teil des Ganzen ersetzt wird. Funktioniert auch nur, wenn die Ersetzungen verstanden werden.Na, ein Goethe wird das Kind wohl nicht mehr.
Wow, ich hätte nicht gedacht, dass bei dir Stephen King im Regal steht!
Der Saal applaudiert laut.
Der Sopran ist heute wohl erkältet.
AntonomasieUmschreibung von Eigennamen
Kann einen Text unverständlich machen, wenn man die Umschreibungen nicht versteht – wer oder was ist gemeint?
Wir fahren dieses Jahr in die Stadt der Liebe. (Paris)
Der sechsfache Olympiagewinner fuhr lachend nach Hause.
IronieBedeutet, dass man eigentlich das direkte Gegenteil von dem meint, was man sagt. „Live“ ist das kein Problem, weil der Sprecher in der Regel das entsprechend andere Gesicht dazu macht. Im Internet setzt man eine Zwinkersmiley.
In einem Text kann man Ironie durch viele andere Stilmittel erreichen, z.B. Hyperbel, Litotes, Akkumulation, Klimax oder Antithese.
Genau wie bei der Allusion muss sie aber nicht unbedingt von jedem verstanden werden.
Na, du bist mir ein schöner Freund!
LitotesUntertreibung, Abschwächung durch doppelte Verneinung, Vermeidung von klaren StellungnahmenDas schmeckt gar nicht mal so schlecht!
HyperbelGegenstück zur Litotes, also eine Übertreibung
Wird oft in Kombination mit Vergleichen oder Metaphern verwendet, weil sie über die Glaubwürdigkeit hinaus übertreibt.
Katzen haben es gut, sie schlafen immer.Der Duft der großen weiten Welt
OxymoronWiderspruch in sichHassliebe
virtuelle Realität
Ich bin mir fast sicher.
AntitheseGegenüberstellung von gegenteiligen BegriffenCharme einer Legebatterie
Das Schwarze mit der blonden Seele (Köstritzer Schwarzbier)
Tautologie, PleonasmusIm Gegensatz zum Oxymoron sind Tautologie und Pleonasmus „überflüssiges Sprechen“, d.h. es werden für eine Sache gleichbedeutende Begriffe verwendet. Das kann innerhalb eines Wortes geschehen, mit einem Beiwort oder auch innerhalb eines Satzes.vorprogrammiert, abspeichern,
Gratis-Geschenk,
weißer Schimmel,
tote Leiche,
wie zum Beispiel,
Die Zeitung für Leser.

Unerlaubtes Kopieren urheberrechtlich geschützter Werke ist verboten.
PeriphraseUmschreibung von BegriffenHalbgott in Weiß (Arzt), Flugratten (Tauben)
AllusionAnspielung
Funktioniert nur, wenn das Publikum die Dinge kennt, auf die angespielt werden
„ICH BIN DEIN VATER“

Der Klügere liest nach.
WortspielBilden sich oft unabsichtlich, wenn sich jemand verhaspelt durch Vertauschen von Buchstaben oder Silben von Wörtern.
Es kann aber auch um ganze Witze gehen.
zum Bleistift (zum Beispiel),
Waschbärbauch

In dieser Kategorie geht es darum, wie, wann, wo und in welcher Reihenfolge man Wörter oder Satzglieder anordnet, damit sie eine maximale Wirkung entfalten.

FachbegriffBemerkungBeispiel
AnapherDie Wiederholung eines Satzanfanges. Das muss nicht direkt nacheinander geschehen, es kann in einem längeren Text auch zu Anfang jedes Absatzes sein.Greendale hat ein schönes Willkommen-Schild. Greendale hat eine Cafeteria ohne Telefon. Geendale wird immer Greedale bleiben.
EpipherDie Wiederholung von Satzenden, also das Gegenteil der Anapher.Zieh aus, haben sie gesagt.
Such dir eine Arbeit, haben sie gesagt.
Gründe eine eigene Familie, haben sie gesagt.

Geht nicht, gibt’s nicht.
AnadiploseDie direkte Wiederholung des Satzendes am Anfang des neuen Satzes.Die Schule war zu Ende. Zu Ende für den Rest seines Lebens.
EmphaseBesondere BetonungDu kannst das Universum retten, nur du allein!
ParallelismusGleicher Satzbau bei aufeinanderfolgenden Satzteilen oder SätzenTom aß sein Brot, er trank seine Limo und er las in seinem Buch.

Der Tag geht, Johnny Walker kommt.
AlliterationWiederholung von AnfangsbuchstabenActimel aktiviert Abwehrkräfte.
AkkumulationAnhäufung von Begriffen zu einem Thema
Kann zur Kenntlichmachung einer Übertreibung genutzt werden.
Sie kauften Futter, Streu, Spielzeug, ein Badehäuschen, eine Hundeleine und eine Kuscheldecke.
EllipseVerkürzte Sätze.
Tritt oft bei Umgangssprache auf.
Ende gut, alles gut.
Nicht mit mir!
KlimaxSteigerungDas war echt aufregend. Fast schon ein bisschen verrückt. Eigentlich lebensgefährlich.
rhetorische FrageEine Frage, die nicht beantwortet werden soll.Spinnst du?
Wer kann das heute schon noch?

Leonard (nachdem Sheldon wieder mal jemanden beleidigt hat): „Toll! Bist du stolz auf dich?“ Sheldon (erstaunt, weil er die rhetorische Frage nicht als solche erkennt): „Im Allgemeinen schon.“
ZeugmaVerbindung von zwei Dingen, die eigentlich nicht zusammengehören, durch dasselbe Verb.Er nahm seinen Mantel und seinen Resturlaub und ging.
Sie sah das Schiff und ihre Träume untergehen.
ChiasmusDie Überkreuzstellung von gegenteiligen AussagenTräume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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